Lateinische Inschriften

Stadt Luxemburg
Zentrum


1
Stadt Luxemburg
rue Sigefroi, unterhalb des Fischmarkts
links vom Eingangsportal der Pfarrkirche Sankt Michael
in einer Kapelle, an der Außenmauer der Kirche
am Fuß einer Statue des Heiligen Michael, der den Teufel vertreibt
Sockel aus hellem Stein
5 cm hohe eingravierte Großbuchstaben

2

SANCTE MIC HAEL
I
, REPELLE DRACONES

3
Heiliger Michael,
geh, stoße die Drachen zurück!

4
Chronogramm: 1952


1
Stadt Luxemburg
rue Sigefroi, unterhalb des Fischmarkts
Pfarrkirche Sankt Michael
Kircheninneres, nordwestliche Seitenkapelle (Taufkapelle)
Eingangsbogen
Spiegelschrift
gleichhohe Großbuchstaben
2
erste Zeile:
AD REVERENDVS: EXIMIVS. AC: DIGNISSIMVS: P: IOANNES. GÖDERT: SS: THEOLOGIAE: MAGISTER SEPTIMO

zweite Zeile:
SVI: PROVINCIALATVS: ANNO: PER: FRM: NICOLAVM: FLESGIN: LVXENBVRGVM PRIOREM ME FECIT
3
Der hochwürdige, erlesene und sehr ehrenhafte Pater Johannes Gödert, Professor der sehr Heiligen Theologie, hat im siebenten Jahr, wo er Provinzialober war,
mich durch Bruder Nikolaus Flesgin, Prior in Luxemburg, erbaut.
4
Buchstabe Omega über dem Anfangs-AD
5
Johannes Goedert wurde im Jahr 1624 zum Administrator der deutschen Provinz des Predigerordens, d.h. der Dominikaner, ernannt. 1631 ist folglich das siebente Jahr seines Provinzialats. Damals war Nicolas Flesgin Prior der Dominikaner in Luxemburg. ... Es ist anzunehmen, daß der Ausdruck "me" das Baptisterium bezeichnet, ebenso wie den Ansatz des Turms, der auf ihm ruht. (Georges HEISBOURG, in Hémecht 3, 1997, S. 391-394.


1
Stadt Luxemburg
marché aux Poissons (Fischmarkt)
Südseite des Nationalen Kunst- und Geschichtsmuseums
auf einem Steinband ( 85 cm lang ), gehalten von der personifizierten Geschichte, vor der aufgehenden Sonne
heller Steinquader: 168cm x 153cm
ineinander verrankte, etwa 10 cm hohe Großbuchstaben

2

HISTORIA LVXEMBVRGENSIS

signiert:
A.TREMONT
MCMXXXVIII

3
Die Geschichte Luxemburgs
signiert:
A.TREMONT
1938


1
Stadt Luxemburg
rue du Rost
Großherzoglicher Palast
Rückseite, 3. Stock
über einer Balkontür
unter einem Medaillon mit dem Abbild der Gräfin Ermesinde
heller Stein, Großbuchstaben

2
E LIBERTATE PROSPERITAS

3
Der Freiheit entsprißt Reichtum.


1
Stadt Luxemburg
rue du Marché aux Herbes (Krautmarkt)
Großherzoglicher Palast
Nordgiebel (linker Seiteneingang)
hellgraue Steinplatte, rote Großbuchstaben

2

IN BELGIO OMNIA DVM VASTAT CIVILE BELLVM
MANSFELDVS BELLO ET PACE FIDVS, PERPETVVS
AEQVITATIS CYSTOS, AEQVISSIMI REGIS LEGATUS,
HANC PROVINCIAM IN FIDE CONTINET
SERVATQUE ILLAESAM
CVM SVMMO POPVLI COMMODO ET HILARI SECVRITATE
VNDE MANSFELDI NOMEN
APVD GENTEM LVXEMBVRGICAM PER SAECVLA CLARVM
MANEBIT

3
Während in Belgien der Bruderkrieg alles zerstört,
bewahrt Mansfeld, getreu in Krieg und Frieden, beständiger
Wahrer des Rechts, Statthalter des hochgerechten Königs,
diese Provinz in der Treue
und hält sie unversehrt
im höchsten Interesse des Bevölkerung und in glücklicher Sicherheit.
Deshalb wird der Name Mansfelds
beim Luxemburger Volk über Jahrhunderte hinweg ruhmvoll bleiben.


1
Stadt Luxemburg
rue du Marché aux Herbes (Krautmarkt)
Großherzoglicher Palast
horizontal, unter dem Balkon
heller Stein
schwarze Großbuchstaben, aber größere, rote Numeralbuchstaben

2

REGIA
PRINCIPVM
POPVLIQVE
CONCORDIAE TESTIS
CONTIONE VNIVERSA
SVFFRAGANTE
RENOVATA
MCMXCIII

3
Der Palast der Herrscher
und Zeuge der Eintracht des Volkes
ist auf einstimmigen Beschluss des Parlaments renoviert worden.
1993

4
Autor: Paul Leimbach


1
Stadt Luxemburg
marché aux Herbes (Krautmarkt)
Haus Nummer 26
Marmorplatte 77cm x 52cm
41mm hohe rote Großbuchstaben, 30mm hohe Ziffern

2

DOMVS NATALIS
ALEXANDRI WILTHEIM S.J.
1604-1684
GVLIELMI WILTHEIM S.J.
1594-1636
LVMEN ADHIBVERE PRIMI
LUXEMBVRGO ROMANO.

3
Geburtshaus
des Alexandre Wiltheim S.J.
1604-1684
des Guillaume Wiltheim S.J.
1594-1636
die als erste das römische Luxemburg
ans Licht gebracht haben.

5
S.J. = Societatis Jesu
aus der Gesellschaft Jesu, d.h. von den Jesuiten.


1
Stadt Luxemburg
14, rue du Saint Esprit
Musée d'Histoire de la Ville de Luxembourg
Haupteingang, links, am Ende des Flurs
Plexiglastafel, 65 cm breit, 42 cm hoch
kleine, resp. große Buchstaben 2 und 3 cm hoch

2
AEDILES  VRBIS  STATVERVNT
IN  REFVGIO  AVREVALLIS
RENOVATO  MVSEI  CAVSA
VESTIGIA  PRAETERITA  EXPONERE
VT  CIVES  VISV  LAETENTVR
A.D. 1996

3
Die Stadträte haben beschlossen
im Refugium der [Abtei] Orval,
das erneuert wurde um als Museum zu dienen,
die Überreste der Vergangenheit auszustellen,
damit sich die Bürger ihres Anblicks erfreuen
im Jahre des Herrn 1996

4
Chronogramm: 1996


1
Stadt Luxemburg
rue de la Congrégation
Früheres Refugium der Münsterabtei

2

SALVE PIA VIRGO
MVNSTERIENSI
BENEDIC REFVGIO

3
Gegrüßt seist Du, Heilige Jungfrau
segne das Münsterrefugium!

4
Chronogramm: 1676

5
in: Koltz I, 1970, S. 375
ibi cit.: Wilhelm, Münster II, S. 55 und 178;
Rupprecht, S. 372; Würth, Novum Forum II, S. 55-57.
Harpes, Demeures, S. 48.


1
Stadt Luxemburg
rue Notre-Dame ("Ennëschtgaass")
Außenministerium
Mitte der Straßenfront
zwischen Erdgeschoß und erstem Stock

2

REFUGIUM ABBATIAE STI MAXIMINI

3
Refugium der Abtei Sankt Maximin.

4
Es handelt sich um die in Trier, vor den Toren der Porta Nigra gelegene, auch in Luxemburg sehr begüterte und mächtige Abtei Sankt Maximin.
Kommentar in: Harpes, Demeures, S.210.


1
Stadt Luxemburg
rue Notre-Dame ("Ennëschtgaass")
Außenministerium
westlicher und östlicher Giebel
auf 2m Höhe

2

SVBIECTAM CAVEAM CVM SVPER
STANTE AEDIFICIO A FVNDAMENTIS
EREXIT MAXIMINVS A GVLICH EX
SANCTO VITO ABBAS STI MAXIMINI
ANNO MDCLXIII

M.G.A.S.M.Ao 1663

3
Das zuunterst liegende Kellergeschoss mit dem sich darüber erhebenden Gebäude hat Maximinus von Gülich aus Sankt Vith, Abt von Sankt Maximin, im Jahre 1663 von Grund auf errichten lassen.

M[aximinus] G[ulich] A[bbas] S[ancti] M[aximini] A[nn]o 1663

Maximin Gülich, Abt von Sankt Maximin, im Jahre 1663

5
Beide Steine befanden sich früher, zu einem Denkmal vereinigt, im Garten des jetzigen Außenministeriums und wurden bei dessen Renovierung in den Giebeln eingebaut. Sie tragen das Wappen des Maximin von Gülich (1610-1680), dem 74. Abt der Abtei St Maximin (in Trier). Der Stein im östlichen (der Kathedrale abgewendeten) Giebel, trägt außerdem noch das Wappen dieser Abtei, den Bären des heiligen Maximin auf einem doppelköpfigen kaiserlichen Adler. Wahrscheinlich stammen sie vom ersten Refugium, das Abt Gülich 1663 hier errichtete und das dem Neubau von Abt Scheffer 1751 weichen musste. (Siehe: Nicolas Ries, Cahiers luxembourgeois 1937 Nr 1 S. 65 u. 66)


Die an das Außenministerium angrenzende Kathedrale Unserer Lieben Frau von Luxemburg und die anschließende Nationalbibliothek, früher Jesuitenkirche resp. Jesuitenkollegium (Athenäum), finden Sie auf den ihnen eigens gewidmeten Seiten.


1
Stadt Luxemburg
rue Chimay
Haus Nummer 8

2
SIC HABITA
VT POTIVS LAVDETVR DOMINVS QVAM DOMVS

3
Wohne so,
daß der Herr mehr gelobt werde als das Haus!


1
Stadt Luxemburg
place Guillaume ("Knuedler")
Stadthaus
Ehrentreppe

2
CIVIBVS
EXSVRGO
PATVLIS NOVA CVRIA SAXIS
PVBLICA CONSILII SEDES
D
ECVS ET CAPVT VRBIS

3
Ich erhebe mich für alle Bürger,
neues Stadthaus, aus geräumigem Stein
Sitz des Gemeinderates
Zierde und Haupt der Stadt.

4
Chronogramm: 1830
in: N.Ries, Cahiers 1930, 5 S. 453


1
Stadt Luxemburg
Place d’Armes
Cercle Municipal, rechts, am Eckturm
heller weißer Stein
die Inschrift ziert das Stadtwappen

2

URBS LUC...ILIBURGUM

3
Die Stadt Luxemburg


1
Stadt Luxemburg
Zentrum
Grand-rue
Privathaus
eine Zeile

2
OMNIS DIES O[MN]IS HORA QUAM NIHIL SIMUS

3
Jeder Tag, jede Stunde [erinnert uns daran] dass wir nichts sind.

4
Unvollständiger Text.


1
Ville de Luxembourg
Zentrum
Grand-rue, 30 (Groussgaass) (Früher: Magasins Jules Neuberg)
sehr hohe Großbuchstaben unter der Rinne

2
HAEC DOMVS SANCTAE VIRGINI IN IVBILAEO VOVETVR

3
Dieses Haus ist der Heiligen Jungfrau in Ihrem Jubeljahr geweiht.

4
Chronogramm: 1786

5
Diese Inschrift befand sich ursprünglich an einem Haus des 18. Jahrhunderts.
Sie wurde an dem um 1950 neu erbauten Gebäude in neuer Form angebracht.
Mit diesem Bau verschwand schließlich auch die Inschrift.


1
Stadt Luxemburg
avenue de la Porte Neuve (Neutorstraße)
Marmorbogen auf dem Bürgersteig
gußeiserne Platte

2
Nordseite:
REGIONE VRBIS
HAC NOVATA
CIVES ET
B. MARIAE VIRGINIS
EFFIGIEM  VIGILEM
IN  PORTA  NOVA
PER  SAECVLA
ADHVC   JAM  TRIA
NOVA  IN  SEDE
VENERANDAM
STATVERVNT

SIT  INTRANTI
ET  EXEVNTI
MARIA
CERTAE  SPEI  SIGNVM
ET  SOLATII

A.D. XIV  KAL.
DECEMBRES
MDCCCCLXXVI

Südseite:
unter einer Marienstatue:

PATRIAE  DECVS
ATQVE  TVTELA
LOCO  NOVO
LVCEAT  SEMPER

A.D. XIV  KAL.
DECEMBRES
MDCCCLXXVI

3
Nordseite:
In diesem renovierten Stadtteil haben die Bürger auch die Statue der Heiligen Jungfrau Maria, die jetzt schon drei Jahrhunderte über das Neutor wacht, zur Verehrung auf einen neuen Sockel gestellt.
Maria sei dem Hereinkommenden und dem Hinausgehenden ein Zeichen sicherer Hoffnung und sicheren Trostes.
14ter Tag vor den Kalenden des Monats Dezember 1976.

Südseite:
Möge die Zierde und die Beschützerin der Heimat immer an diesem neuen Ort erstrahlen!
14ter Tag vor den Kalenden des Monats Dezember 1976.
4
Chronogramm: 1976


1
Stadt Luxemburg
Plateau du Saint Esprit (Kannounenhiwel), Nordseite
Monument zur Erinnerung an die Opfer der Nazibesatzung und des Krieges (1940-45) in den Reihen der Armee, der Gendarmerie und der Polizei
unter einem Halbrelief, welches den Luxemburger Wappenlöwen vor einer wehenden Fahne darstellt, rechts senkrecht flankiert von den Jahreszahlen
MCMXL und MCMXLV
Großbuchstaben auf rotem Band
signiert: Tremont

2

LUXEMBURGENSIUM AMPLIUS ANIMI QUAM MONTES ET RUPES VALUERE

3
Der Mut der Luxemburger war stärker als Berge und Felsen.


1
Stadt Luxemburg
Petrußtal
Nordseite unter der Großherzog-Adolph-Brücke
weißer verwitterter Sandstein, 67 cm x 83 cm
kaum entzifferbare Inschrift
6 cm hohe Großbuchstaben

2
REGNANTE CAESAR(E)
CAROLO SEXT(O)
ELISABETHA
BELGY GUBERNATRI(X)
HOC ANTEMURALE ST(RUI)
IUSSIT
ANNO MDCCXX
PRIMUM LAPIDEM
POSUIT IOANNES WILHELMUS
LIBER BARO AB UNRUHE

3
Unter der Herrschaft Kaiser Karls VI.
hat Elisabeth, die Statthalterin von Belgien,
dieses Vorwerk im Jahre 1720 erbauen lassen.
Johann Wilhelm, Freiherr von Unruhe,
hat den Grundstein gelegt.

4
Bemerkung: "Belgium" bezeichnet hier die österreichischen Niederlande.
Inschrift, von Feitler im Jahre 1952 niedergeschrieben.